Dorf Trunyan
Ein Ort, der seine Seele behalten hat – trotz Tourismus.

Dorf Trunyan

 

Eine exklusive Empfehlung von Carsten K. Rath

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Es gibt sie noch: Orte, die ihre Seele behalten haben – trotz Tourismus. Und genau so ein Schauplatz ist das abgeschiedene Dorf Trunyan. Vielleicht ist es gerade die Entlegenheit, die den ursprünlichen Charme des Volkes Bali Aga dort bewahrt hat. Mystisch liegt der 700-Seelen-Ort am Batur-See umgeben vom noch aktiven Vulkan Gunung Batur. Nur mit dem Boot erreichte man lange Zeit das Dorf, das wohl vielen ein Begriff für seine eher ungewöhnlichen Bestattungen sein mag.

Wer es geschafft hat einen fairen Preis für die Überfahrt nach Trunyan auszuhandeln, der ist schon einmal nicht auf eine der  typischen asiatischen Touristenfallen hereingefallen. Viele Möglichkeiten ahnungslose Fremde abzuzocken, gibt es dort auch nicht. Denn eigentlich interessieren sich die Trunyaner wenig für Touristen bis gar nicht. Typische Fremden-Attraktionen und Souvenir-Shops bleiben aus. Betteln ist bei den Bali-Aga  zwar  nicht anstößig, – schließlich verdienen sie teilweise ihren Lebensunterhalt damit – ihre Kultur deshalb Fremden preisgeben, wollen sie aber nicht.  Das Wort Gastfreundschaft bleibt im Dorf eher ein westliches Fremdwort.

Wer die Mystik aus dem Film „Herr der Ringe“ kennt, der weiß welches Schauspiel die Natur bietet, wenn zwei konträre Elemtente wie Wasser und Feuer aufeinander treffen. Was fiktiv damals in Neuseeland gedreht wurde, gibt es live in Bali zu bestaunen: Der Batur See und der noch aktive Vulkan Gunung Batur geben dem Dorf nämlich eine ganz besondere Rahmenkulisse.

Die reine Luft lädt ein um tief Durchzuatmen.

Mittelpunkt des Dorfes ist der Baum Taru Menyan. Der Legende nach war er namensgebend für den Ort. Die Seegöttin Dewi Daru soll er nur durch seinen Durf aus dem Himmel angelockt haben. Auch heute noch leben die Bali Aga mit diesem Baum. Sie legen ihre Verstorbenen eingehüllt in Tücher unter den Taru Menyan. Das ist ungewöhnlich: Eigentlich werden die Verstorbenen im Hinduismus verbrannt. Mit einem Bambus Gitter schützen die Bali Aga die Toten vor hungrigen Tieren. Dann werden diese völlig der Natur überlassen und so durch den natürlichen Verfallsprozess der Erde zurückgegeben. Wer jetzt den Geruch der Leichen scheut, der kann beruhigt sein: Nach Verwesung riecht es im Dorf nicht. Im Gegenteil: Die Luft lädt ein zum Tief-Durchschnaufen ein. Der Baum neutralisiert den Verwesungsprozess mit seinem herrlichen eigenen Duft.

Der See ist übrigens der größte See Balis. Die Überfahrt zum Dorf dauert gut 30 Minuten. Früher war das die einzige Möglichkeit, überhaupt zum Ort zu gelagen. Inzwischen gibt es auch eine Straße. Sie ist jedoch in einem schlechten Zustand und führt nicht direkt zur Todesstätte. Besucher, die sich gegen den Wasserweg entscheiden, sollten wissen, dass die Straße mit ihren Steigungen durchaus achterbahntauglich ist. Ein fester Magen und starke Nerven sollten also einkalkuliert werden.

Perfekt für

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Die indonesische Kultur durch ihre Urspünglichkeit kennen zu lernen

Besonders an diesem Ort

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Der Friedhof ohne Feuer- und Erdbestattung

Preise

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Vorsicht bei der Überfahrt. Einheimische wollen umgerechnet bis zu 60 Euro. Hier sollten Touristen unbedingt versuchen, zu handeln.

Typische Fremden-Attraktionen und Souvenir-Shops scuht man hier vergeblich.
Bildcredit: Bigstock www.bigstockphoto.com;

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